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Was macht Hush eigentlich, und ist die App sicher?

Eine klare Erklärung dazu, was Hush auf deinem Dual-SIM-Android tut, was nicht, welche Berechtigungen die App braucht, was sie kostet und wie deine Daten behandelt werden.

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Kurze Antwort

Hush ist eine Android-App, mit der du pro SIM eigene Regeln für Anrufe, SMS und Benachrichtigungen festlegst. So kann deine Arbeitsleitung nach Feierabend ruhig bleiben, während die private Leitung normal weiterläuft. Die App braucht Zugriff auf Telefon, SMS, Kontakte und Benachrichtigungen. Anrufe oder Nachrichten werden nicht aufgezeichnet und ein Konto ist nicht nötig. Hush bietet eine kostenlose Probephase. Danach ist eine kostenpflichtige Lizenz nötig, entweder als Abo oder als Einmalkauf, beides abgerechnet über Google Play.


Was Hush genau macht

Hush sitzt zwischen Android und deinen beiden SIMs und entscheidet in Echtzeit, welche eingehenden Anrufe, SMS und Benachrichtigungen dich erreichen sollen.

Für jede SIM kannst du:

  • Eine Regel anlegen, die die Leitung nach Zeitplan stumm schaltet (zum Beispiel Arbeits-SIM still von 19:00 bis 08:00 an Werktagen).
  • Diesen Zeitplan mit weiteren Auslösern wie Wi-Fi-Erkennung oder Wochenmustern kombinieren, sofern dein Gerät das unterstützt.
  • Eine Allowlist mit Kontakten anlegen, deren Anrufe auch in Ruhezeiten immer durchklingeln.
  • Pro Leitung festlegen, wie unbekannte Anrufer behandelt werden (blockieren, an Voicemail leiten oder durchlassen).
  • Benachrichtigungen bestimmter Apps auf einer Leitung während deiner privaten Zeit filtern.

Der Punkt ist die Asymmetrie. Die meisten Bitte-nicht-stören-Funktionen behandeln das Telefon als ein Ganzes. Hush sieht es als zwei Leitungen, die nach unterschiedlichen Regeln laufen können.


Was Hush nicht macht

Vertrauen entsteht dadurch, dass eine App auch klar sagt, was sie nicht kann.

  • Hush kann Anrufe nicht vor dem Netz blockieren. Die App arbeitet innerhalb von Android. Ein Anruf muss erst auf dem Telefon ankommen, bevor Hush damit umgehen kann. Blockieren auf Netzebene ist eine andere Sache, das macht dein Anbieter.
  • Hush zeichnet weder Anrufe noch SMS-Inhalte auf. Regeln nutzen Metadaten: welche SIM, welche Nummer, welche Uhrzeit, ob der Kontakt auf einer Allowlist steht. Der Inhalt einer SMS wird zum Filtern nicht gelesen, und Sprache aus Anrufen wird nie aufgezeichnet.
  • Hush legt kein Konto an und lädt keine Daten hoch. Es gibt keine Anmeldung. Regeln liegen auf dem Gerät.
  • Hush garantiert keine spamfreie Leitung. Spamerkennung hängt von Android und deinem Anbieter ab. Hush macht das Filtern besser, aber nicht perfekt.
  • Hush verspricht keine identische Funktion auf jedem Android-Modell. Manche Steuerungen hängen von OS-Version und Anbieter ab. Die App zeigt während der Einrichtung an, welche Funktionen dein Gerät unterstützt.

Welche Berechtigungen Hush anfordert, und warum

Wenn ein Berechtigungsdialog ohne Begründung kommt, ist Ablehnen vernünftig. Deshalb hier, was Hush anfordert und wozu.

  • Telefonzugriff. Nötig, damit Hush eingehende Anrufe sieht, erkennt, über welche SIM sie kommen, und die passende Regel anwendet. Ohne diese Berechtigung sind SIM-spezifische Anrufregeln nicht möglich.
  • SMS-Zugriff. Nötig, damit Hush SMS genauso wie Anrufe nach SIM-Regeln behandeln kann.
  • Kontaktzugriff. Nötig, damit Allowlists Kontakte als solche erkennen, nicht nur als Nummer. So überlebt eine Regel wie "Anrufe meiner Chefin auch nach Feierabend zulassen" einen Geräte- oder Nummernwechsel.
  • Benachrichtigungszugriff. Nötig, damit Hush Benachrichtigungen einer Leitung während der privaten Zeit filtern kann. Diese Berechtigung verlangt Android getrennt von den üblichen Installations-Berechtigungen.
  • Optional: Wi-Fi-Status. Wird nur genutzt, wenn du eine Regel mit Wi-Fi-Auslöser anlegst (zum Beispiel "Stillstand, sobald ich im Büro-WLAN bin"). Für reine Zeitregeln nicht nötig.

Das Muster ist immer gleich. Die Berechtigung existiert, weil eine konkrete Funktion ohne sie nicht arbeiten kann, nicht weil die App auf Daten aus ist.


Was Hush kostet

Die Installation ist kostenlos. Beim ersten Start läuft eine Probephase mit dem vollen Funktionsumfang. Nach der Probephase ist eine kostenpflichtige Lizenz nötig, um Hush weiter zu nutzen. Du wählst zwischen zwei Modellen: einem laufenden Abo oder einem Einmalkauf. Beide werden über Google Play abgerechnet.

Es gibt kein eigenes Hush-Konto. Wenn du das Abo wählst, läuft es in den Google-Play-Abos auf deinem Gerät und ist mit einem Tipp kündbar. Wenn du den Einmalkauf wählst, gehört die Lizenz dir und es fallen keine weiteren Kosten an.

Den aktuellen Preis für deine Region findest du auf der Hush-Produktseite oder direkt im In-App-Kaufbildschirm. Wir halten den Preis dort sichtbar, statt ihn hier festzuschreiben, damit dieser Artikel nicht veraltet.


Wie deine Daten behandelt werden

Die rechtliche Langfassung findest du auf der Hush-Datenschutzseite. Die kurze Version:

  • Regeln und Allowlists werden auf dem Gerät gespeichert. Sie werden nicht auf einen Server geladen.
  • Hush legt kein Konto an, also gibt es kein Profil, das verloren gehen könnte.
  • Die oben aufgeführten Berechtigungen werden ausschließlich für die Funktionen genutzt, die sie ermöglichen. Telefon- und SMS-Zugriff lesen keine Inhalte deiner Kommunikation.
  • Anonyme Absturz- und Diagnoseinformationen können übertragen werden, damit die App weiter funktioniert, wie bei den meisten Apps im Play Store. Details stehen in der Datenschutzseite.

Wenn du eine konkrete Datenfrage hast, die die Datenschutzseite nicht beantwortet, ist das Kontaktformular auf dieser Seite der richtige Weg.


Für wen Hush gemacht ist

Hush passt zu dir, wenn etwas davon auf dich zutrifft:

  • Du hast zwei SIMs in einem Android und willst, dass sie sich unterschiedlich verhalten.
  • Du machst die meisten Tage zu einer festen Zeit Feierabend, aber deine Arbeitsleitung hält sich nicht daran.
  • Manche Kolleginnen und Kollegen sollen dich auch nach Feierabend erreichen können, andere nicht.
  • Du hast Bitte-nicht-stören probiert und fandest es entweder zu strikt oder zu lasch.
  • Du willst, dass dein Verhalten mehr als der Uhr folgt, zum Beispiel "still im Büro-WLAN" oder "still am Wochenende".

Für wen Hush nicht gemacht ist

Negative Beispiele sind genauso wichtig.

  • Du hast nur eine SIM. Das ganze Konzept lebt von der Asymmetrie zwischen zwei Leitungen. Mit einer Leitung reicht das eingebaute Bitte-nicht-stören von Android.
  • Du nutzt iOS. Hush ist nur für Android. Das Problem existiert auch dort, aber es ist eine andere Plattform.
  • Du brauchst Blockieren vor dem Netz (etwa Robocalls vor dem Klingeln stoppen). Das ist eine Anbieterfunktion, nicht eine App-Funktion.
  • Du willst einen einzigen Knopf, der alles stumm schaltet. Hush ist bewusst granular: Regeln, Allowlists, Szenarien. Zehn Minuten Einrichtung lohnen sich, aber nicht für jemanden, der null Konfiguration will.

FAQ

Ist Hush ein Fake oder Betrug? Nein. Hush wird von Appfinity herausgegeben, einem unabhängigen Studio aus Amsterdam. Der Play-Store-Eintrag besteht seit Mai 2021, die Datenschutzseite liegt auf dieser Domain, und das Unternehmen ist über das Kontaktformular direkt erreichbar.

Liest Hush meine SMS mit? Nein. Die SMS-Berechtigung erkennt eingehende Nachrichten, damit pro SIM gefiltert werden kann. Der Inhalt der Nachrichten wird von der App nicht gelesen oder gespeichert.

Kann ich Hush ohne Telefonberechtigung nutzen? Nicht sinnvoll. Mit der Telefonberechtigung erkennt Hush, über welche SIM ein Anruf hereinkommt. Ohne sie sind SIM-spezifische Anrufregeln nicht möglich. Du kannst die Berechtigung ablehnen, dann arbeitet die Anrufseite der App aber nicht.

Saugt Hush den Akku leer? Hush läuft als Hintergrunddienst, damit es auf Anrufe reagieren kann. Der Akkuverbrauch im Normalbetrieb ist gering. Falls Hush bei dir oben in der Akkuliste auftaucht, melde dich bitte. In den meisten Fällen ist es ein Konfigurationsproblem, das wir mit dir lösen können.

Bekomme ich eine Rückerstattung, wenn die App auf meinem Telefon nicht läuft? Ja. Sowohl das Abo als auch der Einmalkauf folgen der Standard-Rückerstattungsrichtlinie von Google Play. Die Probephase gibt dir einen Zeitraum, in dem du prüfen kannst, ob Hush auf deinem Gerät funktioniert, bevor etwas berechnet wird. Wenn du bereits zahlst und eine Funktion nach einem Android-Update wegfällt, melde dich bei uns.

Was unterscheidet Hush von Androids eingebautem Bitte-nicht-stören? Bitte-nicht-stören ist eine einzige Einstellung für das ganze Telefon. Hush wendet je SIM eigene Regeln an und kann Zeitpläne mit weiteren Auslösern wie Wi-Fi oder Wochenmustern kombinieren. Bei einer SIM reicht Bitte-nicht-stören. Bei zwei SIMs, die sich unterscheiden sollen, ist Hush genau dafür gebaut.


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